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Respekt in Frankreich vor Chirac-Entscheidung

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Respekt in Frankreich vor Chirac-Entscheidung

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Ernsthaft gerechnet hat wohl sowieso keiner damit, dass der 74-jährige Jacques Chirac noch einmal zur Wahl antreten würde: Trotzdem beherrscht seine Entscheidung die Öffentlichkeit – und die, die ihn bei der Wahl als Staatsoberhaupt ablösen wollen, zollen ihm Respekt für seinen Verzicht nach zwölf Jahren im Amt.

Die Art des Verzichts habe ihn bewegt, sagt der Präsidentschaftskandidat der Mitte, Francois Bayrou – und dass Chirac an Grundwerte erinnert habe: Frankreich sei kein Land wie jedes andere, es habe einen Gesellschaftsvertrag.

Von einem würdigen Abschied spricht die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal. Chirac habe sich dabei auf Verfassungswerte bezogen, die allen Franzosen gehörten. Jetzt werde eine neue Seite in der Geschichte aufgeschlagen – und es seien die Franzosen, die über den Inhalt dieser neuen Seite entschieden.

Der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy äußerte sich nicht. Sein enger Vertrauter Brice Hortefeux sagt aber, das Besondere an Sarkozy und seinem Lager sei, dass man einfach die Dinge beim Namen nenne – das sei der Unterschied. Ja, man wolle ein neues Blatt beschreiben, aber ohne das vorherige zu zerreißen.

In den Umfragen liegt Sarkozy leicht vorne; Bayrou hat überraschend zu Royal aufgeholt. Bis zum ersten Wahldurchgang sind es noch sechs Wochen.