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Neun Verdächtige nach Anschlag in Casablanca festgenommen

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Neun Verdächtige nach Anschlag in Casablanca festgenommen

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Bei einem massiven Polizeieinsatz in der marokkanischen Wirtschaftsmetropole Casablanca sind nach einem Selbstmordanschlag neun Verdächtige festgenommen worden. Ein Attentäter hatte sich in einem Internetcafé in die Luft gesprengt und vier Menschen verletzt. Nach Angaben marokkanischer Sicherheitskräfte hatte der Mann in Begleitung eines Komplizen in dem Café radikal-islamistische Internetseiten aufgerufen.

Daraufhin sei es zu einem Streit mit dem Sohn des Lokalbesitzers gekommen. Dann sei die unter der Kleidung versteckte Bombe explodiert. Der Mann war auf der Stelle tot. Der verletzte Begleiter des Attentäters konnte zunächst flüchten und wurde später von der Polizei gefasst.

Die Polizei vermutet, dass der die Bombe möglicherweise aus Versehen in dem Lokal zündete. Der Terrorist habe über
Internet wahrscheinlich nur letzte Anweisungen abrufen wollen. Die Explosion ereignete sich in dem Stadtteil Casablancas, aus dem die 12 Selbstmordattentäter der Anschläge vom Mai 2003 stammten. Bei Anschlägen auf westliche und jüdische
Einrichtungen waren damals insgesamt 45 Menschen ums Leben gekommen.

Islamistische Gruppen versuchen seit Jahren, in den Staaten des Maghreb und der Sahelzone Fuß zu fassen. In Marokko wird vermutet, daß die Attentäter eigentlich das Rathaus und Polizeieinrichtungen im Visier hatten. Bei den Anschlägen in Madrid vom 11. März 2004, bei denen 191 Menschen starben, stammte ein großer Teil der Täter aus Marokko.