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Simbabwe: Oppositionspolitiker bei Polizeieinsatz schwer verletzt

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Simbabwe: Oppositionspolitiker bei Polizeieinsatz schwer verletzt

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Simbabwes wichtigster Oppositionspolitiker, Morgan Tsvangirai, hat bei schweren Misshandlungen in Polizeihaft einen Schädelbruch erlitten und liegt im Krankenhaus. Das gab ein Spercher der Opposition bekannt. Tsvangirai war am Sonntag auf dem Weg zu einer geplanten Massenandacht der Opposition in der Hauptstadt Harare festgenommen und dann mit Dutzenden anderen in Polizeihaft misshandelt worden. Erst nach zwei Tagen konnte er seine Verletzungen im Krankenhauses behandeln lassen.

Bei dem Polizeieinsatz war ein junger Mann ums Leben gekommen. Die Prosteste richten sich gegen den 83jährigen Staatschef Robert Mugabe. Das Land im Süden Afrikas leidet unter Hyperinflation und wirtschaftlichem Niedergang – 80 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsschwelle. Mugabe strebt nach den Wahlen im kommenden Jahr eine neue Amtszeit an.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, forderte eine umfassende Untersuchung der Vorgänge. US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte die Regierung von Robert Mugabe “skrupellos.” Bereits vor zehn Jahren war Tsvangirai in seinem Büro in Harare bewusstlos geprügelt worden. Die Angreifer versuchten, ihn aus dem 10. Stock eines
Hochhauses zu stürzen.

Der aus ärmlichen Verhältnissen in der Kleinstadt Buhera stammende Maurersohn verkörperte lange Zeit vor allem die Hoffnungen der gebildeten Mittelschicht des Landes, die meist städtisch, weltoffen und angesichts der Wirtschaftsmisere im Lande oft arbeitslos ist. Seinen Weg in die Politik hatte der bullige Tsvangirai über seine Gewerkschaftsarbeit gefunden.