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Neues Eigentumsgesetz bringt Chinas Mittelstand zum Erwachen

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Neues Eigentumsgesetz bringt Chinas Mittelstand zum Erwachen

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Die glitzernde Silhouette Shanghais. Kapitalismus gibt es hier längst – in erster Linie für die hier lebenden Ausländer und die Handvoll Supperreichen im Anderthalb-Milliarden-Volk. Mit dem ersten Eigentumsgesetz, das Privatbesitz gleichberechtigt mit öffentlichem Eigentum schützen soll, bringt das Regime die wohlhabenden Klassen auf seine Seite.

Und eine ganz entscheidende Bevölkerungsgruppe, die noch von großen Autos träumt, aber die daran arbeitet, diesen Traum eines Tages zu verwirklichen: den Mittelstand. Sein Einfluss auf das wirtschaftliche und soziale Geschehen nimmt zu.

Während ein Arbeiter im Durchschnitt 900 Euro jährlich verdient, bekommt ein Angehöriger des Mittelstands 6000 Euro pro Jahr. Inzwischen gehören 22 Prozent der städtischen Bevölkerung dem Mittelstand an – Tendenz steigend.

Das jetzt beschlossene Eigentumsgesetz soll die rechtlichen Grundlagen für den Ausbau der Marktwirtschaft schaffen. Ob es auch hilft, die wachsende Einkommenskluft zwischen Land- und Stadtbevölkerung zu verringern – wie von Peking erhofft -, das wird von westlichen Experten bezweifelt.

Sicher ist: Der Mittelstand drängt in die Städte, entsprechend wird eine urbane Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Der Welt soll zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Peking eine moderne, funktionierende Gesellschaft präsentiert werden, keine Elendsquartiere.

Allerdings müssen Staat und Wirtschaft noch Geduld haben. Das volle Ausgabenpotenzial der Mittelklasse wird erst in etwa 20 Jahren erreicht sein.