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Irak-Krieg: Parallelen in US-Geschichte?

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Irak-Krieg: Parallelen in US-Geschichte?

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Mit dem Jahrestag des US-Einmarschs im Irak rücken die Opfer immer stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Mehr als 3200 US-Soldaten starben in dem Krieg, den Präsident George W. Bush vehement verteidigt. Doch ein vorsichtiger Wandel in der US-Nahost-Diplomatie ist zu erkennen: Erzfeind Iran wird schließlich nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Das lässt Fragen nach Parallelen in der Geschichte aufkommen. In den 70er Jahren suchten die USA nach einem Ausweg aus ihrem desaströsen Vietnam-Krieg. Und dies nicht zuletzt durch den Dialog mit dem kommunistischen China – ein damals revolutionärer Schritt.

In einem Interview mit EuroNews sieht der ehemalige US-Außenminister und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger durchaus Parallelen. “Was den Iran betrifft, denke ich dass es inzwischen den Willen zum Dialog gibt”, sagte Kissinger. “Was aber die Interessen betrifft, da gibt es noch keine große Übereinstimmung. Ich denke, wir sollten aber die gemeinsamen Interessen auflisten und als Ausgangspunkt nehmen.”

Einen Ausweg, gleich welchen, wünschen sich inzwischen immer mehr Amerikaner. Am Wochenende machten in mehreren Städten der USA Zehntausende ihrem Ärger über den Krieg im Irak Luft. Nachdem Bush die Truppen in dem Golfstaat jüngst noch aufstockte, wendet sich die öffentliche Meinung immer mehr gegen den Einsatz. Nach einer aktuellen Umfrage halten inzwischen fast 60 Prozent der Amerikaner den Irak-Krieg für einen Fehler – so viele wie noch nie seit dem US-Einmarsch im März 2003.