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Italien begrüßt Festnahme von Ex-Brigadisten

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Italien begrüßt Festnahme von Ex-Brigadisten

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Die Festnahme des seit Jahren flüchtigen Ex-Terroristen Cesare Battisti ist in Italien in allen politischen Lagern begrüßt worden. Der 52-Jährige gehörte einer Untergruppe der Roten Brigaden an. Jahrelang lebte er in Frankreich, wo er als Hausmeister arbeitete und Kriminalromane schrieb. Am Sonntag wurde er im brasilianischen Rio de Janeiro festgenommen. Nun wartet man in Italien auf seine Auslieferung. Battisti muss eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.

In den 70er Jahren führte er die linksradikale Gruppe “Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus” an. Er soll vier Morde begangen haben. Battisti weist die Vorwürfe zurück. Mit Hilfe von Freunden floh Battisti aus Italien zunächst nach Mexiko. Nach Battistis Absage an die Gewalt sagte ihm Frankreichs damaliger Präsident Mitterrand einen sicheren Aufenthalt zu – wie damals viel Linksradikale aus Italien.

In Italien hat man diesen Schutz Battistis und seiner Gesinnungsgenossen nie verstanden. Im Jahr 2004 ordnete schließlich ein Pariser Gericht Battistis Auslieferung nach Italien an. Kurz darauf war er verschwunden. Fast drei Jahre lang fehlte jede Spur von dem Italiener. Die französische Polizei soll nun Mitglieder seines Unterstützerkomitees abgehört und so den entscheidenden Tipp gegeben haben.