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Vanhanen erwartet "schwierige Regierungsbildung" in Finnland

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Vanhanen erwartet "schwierige Regierungsbildung" in Finnland

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Nach dem knappen Wahlausgang in Finnland erwartet die Partei des bisherigen und künftigen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen eine “schwierige und langwierige” Regierungsbildung. Das erklärte ein Sprecher des liberalen Zentrums. Vanhanen ließ in der Wahlnacht offen, ob er weiter mit den Sozialdemokraten regieren oder eine Koalition mit den Konservativen bilden will. Seine Partei habe Macht und Sitze verloren. Es sei kein richtiger Sieg, aber für die Zentrumspartei sei es immer schwierig gewesen. Sollte man den ersten Platz halten, sei es das erste Mal seit 45 Jahren, dass man den Posten des Regierungschefs direkt gewonnen habe. Die Partei von Vanhanen blieb mit 23,1 Prozent stärkste politische Kraft im Land, verlor aber gegenüber den letzten Wahlen 1,6 Prozentpunkte. Im neuen Reichstag hat sie damit 51 Sitze, einen mehr als die Konservativen. Die bisherige Oppositionspartei unter Jyrki Katainen überholte die Sozialdemokraten als zweitgrößte Fraktion im Reichstag und erzielte die höchsten Gewinne. Der Parteichef erklärte, die Wähler hätten für eine Regierungsbeteiligung der Konservativen gestimmt. Man habe einen ausgesprochen positiven Wahlkampf geführt, der sich gegen niemanden gerichtet habe. Die Wähler seien mit der vorherigen Regierung unzufrieden gewesen und hätten sich nun für die Werte seiner Partei ausgesprochen. Die Sozialdemokraten von Finanzminister Eero Heinäluoma nahm die größten Einbußen hin. Mit 21,4 Prozent der Stimmen verloren sie mehr als drei Prozentpunkte. Bereits vor der Wahl hatte Heinäluoma vor einer bürgerlich-konservativen Koalition gewarnt.

Bei den geringen programmatischen Unterschieden zwischen den großen Parteien in Finnland dürften die inhaltlichen Konsequenzen für die Regierungsarbeit jedoch minimal sein.