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Skandal um falsche Pässe in Großbritannien

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Skandal um falsche Pässe in Großbritannien

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Einen Pass zu bekommen, ist in Großbritannien offenbar so leicht wie kaum irgendwoanders. Laut Regierung wurden innerhalb eines Jahres zehntausend Pässe zu Unrecht ausgegeben: Viele Antragsteller erschwindelten sich zusätzliche Pässe, andere bekamen auch Pässe unter falschem Namen.

Darunter sind verurteilte Terroristen wie Dhiren Barot, Al-Kaida-Mitglied, verurteilt wegen geplanter Anschläge in London und New York. Barot hatte sieben Pässe unter eigenem Namen, dazu zwei unter falschem Namen. Auch ein anderer Terrorist, beteiligt an den Anschlägen von Casablanca 2003, hatte sich offenbar mühelos falsche Pässe verschafft.

Ab Mai muss – zumindest in einigen Städten, später auch landesweit – ein Pass beim ersten Mal nun persönlich beantragt werden, verbunden mit einem Gespräch. Der Einwanderungsexperte der Opposition Damian Green sagt aber, das treffe nur wieder Millionen von gesetzestreuen Bürgern. Die wirklichen Verbrecher störe das gar nicht; die würden einfach jemanden vorbeischicken, der noch nicht aufgefallen ist und keine Vorstrafen hat.

Bisher konnte man in Großbritannien seinen Pass einfach per Post bestellen oder jemand anders schicken. Die Regierung hofft, den Missbrauch nun zu verhindern. Allerdings gibt es noch ein anderes Problem: Tausend Pässe pro Jahr verschwinden laut einer neuen Untersuchung einfach aus der Post.