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Mohnhaupt will sich neue Existenz aufbauen - Konservative kritisieren Freilassung

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Mohnhaupt will sich neue Existenz aufbauen - Konservative kritisieren Freilassung

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Das ex-RAF-Mitglied Brigitte Mohnhaupt ist am Sonntag in den frühen Morgenstunden auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Mehr als 24 Jahre hatte die heute 57-jährige im Gefängnis gesessen. Der Direktor der Haftanstalt im bayrischen Aichach erklärte, die Freilassung sei auf von Wunsch von Mohnhaupt geheimgehalten wurde. Sie wolle nun in Ruhe eine neue Existenz aufbauen, und nicht “von Talkshow zu Talkshow tingeln”, so der Gefängnisleiter.

Der Umgang mit der linksgerichteten Untergrundorganisation RAF ist und bleibt auch fast ein Jahrzehnt nach deren Selbstauflösung ein Politikum in Deutschland. So stieß die Freilassung Mohnhaupts vor allem bei Konservativen wie Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber auf Kritik. Der Rechtsstaat stünde schlecht da, wenn man ohne jegliches Zeigen von Reue freigelassen würde, so der CSU-Politiker.

Mohnhaupt wurde nach der Inhaftierung des einstigen RAF-Mitgründers Andreas Baader, als sie zwischen 1972 und 1977 zum ersten Mal im Gefängis saß, zur neuen Führungsfigur der RAF aufgebaut. Sofort nach ihrer Freilassung jedoch war sie an der Mordserie, der Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner-Bank Chef Jürgen Ponto sowie schließlich Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer zum Opfer fielen, als Rädelsführerin oder als Täterin beteiligt.

Auch die Flugzeugentführung der “Landshut” im Deutschen Herbst 1977 durch ein Palästinenserkommando hat Mohnhaupt eingeleitet, die den Fahndern nach jahrelanger Flucht im November 1982 ins Netz ging.