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Auftakt zu erstem Prozess in Guantánamo

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Auftakt zu erstem Prozess in Guantánamo

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Zum ersten Mal wird heute im Gefangenenlager Guantánamo eine Anklage verlesen. Damit beginnt vor einer der neu geschaffenen Militärkommissionen der Prozess gegen den Australier David Hicks. Dem 31-Jährigen wird die militärische Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen: sprich, er soll in Afghanistan für Al-Kaida gekämpft haben. Ende 2001 wurde er dort festgenommen; über fünf Jahre sitzt er nun in dem umstrittenen Gefangenenlager der USA auf Kuba.

Bei einer Verurteilung wäre Haft bis zu lebenslang möglich, sagt Militärstaatsanwalt Maurice Davis. Das strebe er nicht an; aber man müsse abwarten, wofür Hicks nun verurteilt werde.

Hicks kann sich heute zunächst schuldig bekennen oder eben nicht. Das Hauptverfahren gegen ihn soll im Sommer beginnen. Zur Zeit sitzen in Guantánamo noch knapp vierhundert Häftlinge. Sechzig bis achtzig von ihnen sollen dieses Jahr einen Prozess bekommen. Menschenrechtler kritisieren diese Verhandlungen aber, weil sie mit fairen Gerichtsverfahren nichts zu tun hätten – sie sprechen von einem rechtlichen Vakuum.