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Lettland und Russland schließen Grenzvertrag

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Lettland und Russland schließen Grenzvertrag

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Lettland und Russland haben sich nach Jahren über einen umstrittenen Grenzabschnitt geeinigt. In Moskau unterschrieben beide Regierungschefs den Grenzvertrag. Seit zehn Jahren lag der Vertrag schon in den Schubladen; vor zwei Jahren kam es fast zur Unterschrift: Das lettische Parlament äußerte damals aber im letzten Moment Vorbehalte. Vor einigen Wochen verzichtete es dann auf alle Gebietsansprüche.

Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow äußerte sich vorsichtig. Er sagte, es gebe trotzdem noch viel Arbeit. Man müsse auf den anderen zugehen und dabei die Interessen beider Seiten im Auge behalten. Russland sei dazu bereit und erwarte das gleiche von der lettischen Seite.

In dem Streit ging es um das Gebiet Pytalowo, oder auf Lettisch Abrene: ein Landkreis, der vor dem Krieg zu Lettland gehört, aber nach dem sowjetischen Einmarsch 1940 den Besitzer wechselte.

Die gut zweihundert Kilometer Grenze zwischen beiden Ländern sind nun festgelegt; damit auch gleichzeitig ein weiteres Stück Außengrenze der Europäischen Union. Die Parlamente müssen dem Vertrag noch zustimmen; das gilt auf beiden Seiten aber als gesichert.

Von den benachbarten Ostseerepubliken hat auch Litauen schon einen derartigen Grenzvertrag; nur Estland muss sich noch mit Russland einigen.