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Regierung Prodi vor Abstimmung über Afghanistan-Einsatz

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Regierung Prodi vor Abstimmung über Afghanistan-Einsatz

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Eine Woche nach der Heimkehr des entführten
italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo steht im römischen Senat eine Abstimmung über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes an. Nach der Regierungskrise im vergangenen Monat wird erwartet, dass die radikale Linke die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi unterstützt. Unklar ist jedoch, wie die Mitte-Rechts-Opposition von Silvio Berlusconi stimmen wird. Mastrogiacomo war in der vergangenen Woche im Austausch gegen fünf inhaftierte Taliban-Kämpfer in Afghanistan freigelassen worden. Oppositionsführer Berlusconi warf der Regierung Prodi vor, mit Terroristen verhandelt zu haben. In Rom forderten mehrere hundert Demonstranten die Freilassung zweier afghanischer Mitarbeiter der Nichtregierungs-Organisation “Emergency”. Sie waren im Zusammenhang mit der Entführung Mastrogiacomos von den afghanischen Behörden festgenommen worden. Einer von ihnen war maßgeblich an den Verhandlungen mit den Taliban beteiligt, die zur Freilassung des Journalisten führten. Die Journalistin Giuliana Sgrena, im Jahr 2005 selbst Entführungsopfer im Irak, sagte, es sei die Pflicht der Demonstranten, weiterhin für Aufmerksamkeit zu sorgen, damit die italienische Regierung sich um die Freilassung der beiden Afghanen bemühe. Man könne nicht zwischen italienischen und afghanischen Bürgern unterscheiden. Italien hat derzeit rund 1900 Soldaten in Afghanistan stationiert. Die Entführer Mastrogiacomos hatten ihre ursprüngliche Forderung nach deren Abzug im Verlauf der Verhandlungen offenbar abgeschwächt.