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Rosneft ersteigert Milliarden-Anteil aus Yukos-Insolvenzmasse

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Rosneft ersteigert Milliarden-Anteil aus Yukos-Insolvenzmasse

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Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft hat knapp zehn Prozent seiner Aktien aus der Insolvenzmasse des zerschlagenen Yukos-Konzerns ersteigert. Über eine Tochterfirma erhielt Rosneft nach nur fünf Minuten den Zuschlag für 5,7 Milliarden Euro. Rosneft setzte sich damit gegen den russisch-britischen Konkurrenten TNK-BP durch.

Der Insolvenzverwalter hatte den Einstiegspreis mit einem Abschlag von 25 Prozent zum Marktwert festgelegt. Sein Sprecher wies die im Vorfeld geäußerte Kritik zurück, dieser Preis sei zu niedrig gewesen. Schließlich gehe es lediglich um Reste eines bankrott gegangenen Unternehmens.

In den kommenden Monaten sollen weitere Beteiligungen aus der Yukos-Insolvenzmasse versteigert werden. Als interessantester Wert gilt ein 20-prozentiger Anteil an der Ölgesellschaft Gazpromneft, dem vom Gasmonopolisten Gazprom aufgekauften Unternehmen Sibneft. Yukos war mit milliardenschweren Steuernachforderungen in die Pleite getrieben worden. Sein Ex-Eigentümer Michail Chodorkowski muss eine achtjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verbüßen.

Regierungskritiker äußern den Verdacht, dass mit Hilfe der Auktionen Yukos-Vermögen weit unter Wert an kremlnahe Konzerne verkauft wird. Zudem wird vermutet, dass TNK-BP auf Drängen Moskaus mitbot, um den Schein einer korrekten Versteigerung mit mindestens zwei Bewerbern zu wahren. Ende voriger Woche war BP-Chef Lord Browne in Moskau noch mit Präsident Wladimir Putin und der Rosneft-Führung zusammengetroffen.