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Wahlüberraschung in kanadischer Provinz Quebec

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Wahlüberraschung in kanadischer Provinz Quebec

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Mario Dumont und seine konservative Partei sind die Überraschung der Wahl in Québec. Von 125 Sitzen im Parlament hat die Action Démocratique jetzt 41; bisher waren es fünf. Damit ist sie in der kanadischen Provinz zur zweitstärksten Kraft geworden; Dumont zum Oppositionsführer. Die Action Démocratique will für Québec mehr Eigenständigkeit. Trotzdem soll es aber ein Teil von Kanada bleiben.

Québec ist von der Fläche her Kanadas größte Provinz und die einzige mit einer französischsprachigen Mehrheit. Zweimal schon sollte die Bevölkerung über eine Abspaltung von Kanada und einen eigenen Staat entscheiden: Beide Male entschied sie sich dagegen, wenn auch beim letzten Mal nur hauchdünn.

Regierungschef Jean Charest kann mit dem Wahlergebnis leben: Seine Liberale Partei büßte zwar kräftig ein, von mehr als siebzig Sitzen auf jetzt noch 48. Die Action Démocratique wird ihn aber in den meisten Fragen unterstützen. Charest kann daher auch mit einer Minderheit im Parlament weiterregieren.

Der große Verlierer sind die Separatisten der Parti Québecois unter André Boisclair: Früher waren sie einmal Regierungspartei, jetzt sind sie sogar auf Platz drei zurückgefallen. Neue Unabhängigkeitsbestrebungen wird es daher in nächster Zeit nicht geben. Im Wahlkampf zählten ohnehin mehr Themen wie Steuern und Gesundheitsversorgung.