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Flüchtlingsdrama im Golf von Aden

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Flüchtlingsdrama im Golf von Aden

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Angespülte Leichen an Stränden im Yemen – zur Zeit ist das kein ungewöhnliches Bild: Allein in dieser Woche haben mindestens 100 Menschen das Leben verloren, beim Versuch, den Golf zwischen Somalia und Yemen in Holzbooten zu überqueren.

Oft werfen Menschenschmuggler die Flüchtlinge einfach ins Wasser, erinnert sich Nour Barreh Abdi, der die Reise überlebt hat: “Das sind unglaublich brutale Leute: Wir sind alle geschlagen worden. Zum Glück sind wir nahe der Küste angekommen, so, dass auf meinem Boot alle überlebt haben”

Immer mehr moslemische Somalier suchen Zuflucht im Yemen, seit dem in ihrer Heimat die “islamischen Gerichte” mit äthiopischer Hilfe von der Macht vertrieben wurden. Die Überfahrt dauert bis zu drei Tage. In der Klink von Doktor Hussein Ahmed Salem werden die Überlebenden versorgt: “Manche haben Bisswunden. Andere sind schwer verletzt von den Schlägen – das geht bis zu Knochenbrüchen.”

Viele Frauen werden auf der Reise vergewaltigt. Andere müssen um ihr Leben schwimmen, erzählt Zeinab Ali Addon mit Erschrecken: “Als wir in die Nähe der Küste kamen, mussten wir alle ins Meer springen – und dann haben wir die ganzen Leichen auf dem Strand gesehen”

Auch für die Überlebenden in den notdürftigen Flüchtlingslagern an der yemenitischen Küste zerbricht der Traum vom besseren Leben schnell. Nach UN-Angaben haben im vergangenen Jahr mindestens 26.000 Menschen versucht die Meerenge am Horn von Afrika zu überqueren.