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Konflikt zwischen Iran und Großbritannien um gefangene Soldaten verschärft sich

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Konflikt zwischen Iran und Großbritannien um gefangene Soldaten verschärft sich

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Die diplomatische Krise zwischen London und Teheran um die 15 im Iran festgehaltenen Marinesoldaten spitzt sich zu. Die zunächst geplante Freilassung der einzigen Frau unter den Gefangenen soll nun verschoben werden, hieß es aus Teheran. Damit reagierte der Iran auf die Ankündigung aus London vom Donnerstag, den UN-Sicherheitsrat einschalten zu wollen. Auch die EU zeigt sich über die Entwicklung besorgt. Chefdiplomat Javier Solana rief Teheran zur Freilassung der Briten auf. “Ich denke, der Iran sollte alle Soldaten unverzüglich freilassen”, sagte Solana, “denn nach unseren Informationen wurden sie in einer illegalen Aktion gefangen genommen. Die Freilassung muss schnell und umgehend erfolgen, denn wir wollen weiterhin gute Beziehungen zum Iran unterhalten.”

Unklar ist nach wie vor, ob die Soldaten tatsächlich, wie von Teheran behauptet, in iranische Hoheitsgewässer vorgedrungen waren. London bestreitet dies – aber der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, bleibt unnachgiebig: Wenn London internationale Organisationen mißbrauche, sagte er, dann werde es keine bilateralen Verhandlungen mehr geben – dann werde die Angelegenheit ein Fall für die Gerichte. Eine Ansicht, die manche Iraner unterstützen: Vor der britischen Botschaft in Teheran demonstrierten am Donnerstag mehrere Studenten für die Hinrichtung der britischen Soldaten. Sie skandierten anti-britische Parolen und trugen Transparente, auf denen die Briten als “Spione” bezeichnet wurden.