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Massaker im irakischen Tal Afar

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Massaker im irakischen Tal Afar

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Die irakische Stadt Tal Afar wird von mehreren Massakern erschüttert. Zuerst waren hier bei Selbstmordanschlägen zwei Autobomben explodiert: mindestens 75 Menschen starben dabei, etwa zweihundert wurden verletzt.

Die Anschläge passierten in einem Viertel, das von Moslems der schiitischen Glaubensrichtung bewohnt wird. Offenbar als Vergeltung zogen einen Tag später Schiiten durch Wohnviertel der Sunniten, drangen in Häuser ein und erschossen dort mehr als fünfzig Männer.

Tal Afar liegt im Norden des Irak, nahe der syrischen Grenze, weit entfernt vom Zentrum des Bürgerkriegs rund um die Hauptstadt Bagdad. Noch vor einem Jahr ging der amerikanische Präsident ausdrücklich auf die Stadt ein, in einer Rede zum damaligen dritten Jahrestag des Kriegsbeginns: George Bush sprach damals von einer freien Stadt, die Hoffnung gebe für einen freien Irak.

Soldaten stoppten diesmal nach mehreren Stunden das Blutbad und verhängten eine Ausgangssperre. Viele der mutmaßlichen Beteiligten an dem Vergeltungsmassaker sind nach unbestätigten Berichten schiitische Polizisten. Die irakische Regierung will das überprüfen.