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9.April - Präsidentenwahlen in Ost-Timor

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9.April - Präsidentenwahlen in Ost-Timor

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Präsidentschaftswahlkampf in Ost-Timor, einem der kleinsten und ärmsten Staaten der Erde. Seit dem Ende der UN-verwaltung 2002 wird am 9. April erst zum zweitenmal ein Präsident gewählt. 5 Tage vor der Wahl gingen die Anhänger von zwei der acht Kandidaten mit Steinen aufeinander los.

UN-Blauhelme versuchten einzuschreiten. Diese Blauhelmtruppe wird überwiegend von Australien und der früheren Kolonialmacht Portugal gestellt. Der scheidende Präsident, der Held des Unabhängigkeitskampfes Xanana Gusmao, machte die Hoffnungslosigkeit der Menschen für die immer wieder aufbrechenden Unruhen verantwortlich.

Der Ostteil der Insel Timor war bis 1975 portugiesische Kolonie. Nch dem Abzug der Portugisen annektierte Indonesien die halbe Insel. Als aussichtsreichster Kandidat für das mehr repräsentative Präsidentenamt gilt der derzeitige Regierungschef Jose Ramos-Horta. Der scheidende Präsident ist dabei, eine neue Partei zu gründen, mit der er im kommenden Jahr die Parlamentswahlen gewinnen und den mit realer Macht ausgestatteten Posten des Ministerpräsidenten erringen will.

Zu den einflußreicheren unter den acht Präsidentschaftschäftskandidaten gehört auch Parlamentspräsident Francisco Gutteres, ebenfalls einer der Führer des Unabhängigkeitskampfes gegen die indonesische Vorherschaft. Wichtigstes Thema auch bei seinen Kundgebungen: Wie kann man Arbeitsplätze schaffen, um das kleine Land aus dem verhängnisvollen Kreislauf von Armut und Gewalt herauszuführen??? Zweifel, ob das gelingt, haben viele.

Einer der Zeitungsleser, vom fremden Fernsehreporter angesprochen, formuliert noch vorsichtiger, er hoffe überhaupt erst einmal bald einen Präsidenten zu haben, damit der für eine Entspannung der Situation sorgen könne…