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Ruanda gedenkt des Genozids: Präsident Kagame beschuldigt Paris erneut der Mithilfe

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Ruanda gedenkt des Genozids: Präsident Kagame beschuldigt Paris erneut der Mithilfe

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13 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda hat Präsident Paul Kagame weitere Anschuldigungen gegen Frankreich erhoben. Bei einer Gedenkfeier auf einer ehemaligen französischen Militärbasis im Süden sagte Kagame, wenn Ruanda die nötigen Mittel hätte, würde Frankreich den Zorn der Bevölkerung spüren. Ruanda wirft Paris vor, die damalige Hutu-Regierung unterstützt und die Milizen mit Waffen beliefert zu haben. “Es ist wichtig, den Genozid nicht zu vergessen”, sagte Kagame. “Ich rate allen Ländern, die den Völkermord unterstützten, ihre Schuld einzugestehen und Ruanda um Vergebung zu bitten.”

Ruanda ist seit 1962 unabhängig. Nach mehreren Bürgerkriegen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi zählt das Land heute zu den ärmsten von Afrika. Der Genozid von 1994 war durch den Abschuss eines Flugzeugs ausgelöst worden, bei dem der damalige Präsident Ruandas ums Leben kam. Die Hintergründe des Vorfalls sind bis heute nicht aufgeklärt. Bewaffnete Hutu-Milizen machten daraufhin Jagd auf Tutsi und gemäßigte Hutu. In nur drei Monaten wurden mindestens 800.000 Menschen getötet.