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Streit nach Freilassung britischer Soldaten

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Streit nach Freilassung britischer Soldaten

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Nach der Freilassung der britischen Soldaten im Iran mischen sich in den Jubel unschöne Zwischentöne: Das Verteidigungsministerium hat den Soldaten erlaubt, ihre Erlebnisse für viel Geld den meistbietenden Zeitungen und Fernsehsendern zu schildern. Zwei haben diese Möglichkeit genutzt: Gefragt war vor allem der Bericht der einzigen Frau unter den Gefangenen.

In einem Fernsehinterview rechtfertigte sie ihren umstrittenen Geständnis-Brief: Sie habe keine Wahl gehabt, sich aber dabei wie ein Verräter gefühlt. Vor allem habe sie ihre kleine Tochter wiedersehen wollen. Sie sagte auch, von dem Geld für ihre Geschichte gehe ein Teil an die Besatzung und deren Familien auf ihrem Schiff.

Der Iran reagierte auf die Veröffentlichungen mit eigenen neuen Fernsehbildern, die die Briten
während ihrer Gefangenschaft offensichtlich gut gelaunt zeigen sollen, ob beim Essen oder beim Schachspielen. Die fünfzehn Soldaten und Matrosen waren in einem Streit um Hoheitsgewässer festgenommen und nach zwei Wochen freigelassen worden.

Dass einige mit ihren Erlebnissen jetzt viel Geld verdienen können, kritisieren neben Oppositionspolitikern auch Angehörige von Opfern. Eine Frau zum Beispiel hat im Irak ihre Tochter verloren, mit gerade einmal neunzehn Jahren. Sie sagt, als Soldat sollte man seine Pflicht erfüllen und nicht mit seinen Geschichten darüber Geld verdienen wollen.

Das Verteidigungsministerium verteidigt aber seine Genehmigung: Man helfe den Soldaten beim Umgang mit den Medien und lasse sie in ihren eigenen Worten berichten. Sonst wären die Geschichten über lange Zeit und nur über Umwege durchgesickert: So wie jetzt sei es für alle das Beste. Allerdings will man die Bestimmungen auch überprüfen; sie stammten aus Zeiten, in denen es noch nicht um derartige Honorare gegangen sei.