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Vorübergehende Ruhe in der Ukraine

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Vorübergehende Ruhe in der Ukraine

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Es herrscht österliche Idylle in Kiew: Aber es ist eine trügerische Ruhe; schon morgen wollen beide Seiten im ukrainischen Machtkampf ihre Anhänger wieder mobilisieren. Rund tausend Gegner des pro-westlichen Präsidenten Wiktor Juschtschenko halten aber in ihren Zelten aus; sie sind gegen die von ihm verfügte Auflösung des Parlaments.

Von einer Verbrecherbande um Juschtschenko spricht ein Mann gegenüber den Kameras; man wolle sie daran hindern, das Land zu spalten. Andere erhoffen sich einen Ausweg aus dem Patt der letzten Monate: Der Präsident habe recht, sagt einer seiner Anhänger; und seiner Anordnung müsse auch jeder folgen. Das Wahlergebnis werde das beweisen; das Volk werde entscheiden, wer nun wer sei – und wer die Macht haben solle.

Vor einer Woche hatte Juschtschenko das Parlament aufgelöst und für Ende Mai Neuwahlen angesetzt. Der Leiter seines Präsidialamts deutete heute aber eine mögliche Verschiebung des Termins an. Juschtschenkos Gegner um den pro-russischen Regierungschef Wiktor Janukowitsch wollen die Neuwahlen allerdings boykottieren. Erst soll aber noch diese Woche das Verfassungsgericht entscheiden.