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Wer verhindert eine Ausséhnung im Irak?

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Wer verhindert eine Ausséhnung im Irak?

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Als am 9. April 2003 die US-Truppen in Bagdad einzogen, da war das für viele Schiiten ein Tag der Hoffnung – nach den Jahrzehnten der Unterdrückung durch das Regime von Saddam Hussein .
Ihr Wohnviertel – unter dem Diktator “SaddamCity” genannt – erklärten sie zu “Sadr-City”, nach ihrem 4 Jahre zuvor ermordeten geistigen Führer
Ajatollah al-Sadr.

Dessen jüngster Sohn Muqtada wurde alsbald ihr neuer Anführer. Er führte aber nicht nur das Netz der von seinem Vater geschaffenen Wohltätigkeitsorganisationen weiter.

Muqtadr al-Sadr bezog politisch Stellung – und zwar gegen jede Zusammenarbeit mit den Amerikanern.

Unter dem Vorwand, die heiligen Stätten der Schiiten in Nadschaf zu schützen, hatte er bereits im Juni 2003 seine eigene bewaffnete Truppe aufgestellt, die “mehdi-Armee”.

Rekrutiert vor allem in den Armenvierteln der Städte. Ihre Stärke liegt auch darin, dass niemand genau weiss, wievie Mann al-Sadr unter Waffen hat.
Die Schätzungen schwanken zwischen zehn- und sechsigtausend.

Im August 2004 lieferte sich diese Truppe in Nadschaf mehrere Gefechte mit US-Einheiten, wobei ein verletzter al-Sadr seine Leute aufrief, auch weiterzukämpfen, wenn er getötet würde.

Nur mit Mühe gelang es einem moderaten Geistlichen zu vermitteln.

2006 war das Jahr des politischen Erfolges für den radikalen Schiiten-Führer.
Al-Sadr hat nach den Wahlen vom Dezember 2005 sowohl in der Nationalversammlung als auch in der Regierung seine Leute sitzen.
Man darf davon ausgehen, dass auch seine iranischen Glaubensbrüder den Einzug von 32 al-Sadr-Leuten ins irakische Parlament mit Wohlgefallen zur Kenntnis genommen haben.
Hatten sie doch schon 2003 den jungen radikalen Schiiten-Führer im Irak als neuen “Hassan Nasrallah” gepriesen.
Das ist der Chef der radikalen Schiiten im Libanon, die sich dort der nationalen Versöhnung wiedersetzen.