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Haftstrafen für serbische Srebrenica-Mörder

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Haftstrafen für serbische Srebrenica-Mörder

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Viermal Gefängnis – damit endete der erste Prozess in Serbien wegen des Massakers von Srebrenica. Vier ehemalige serbische Söldner müssen nun für bis zu zwanzig Jahre hinter Gitter. Ein fünfter Mann wurde freigesprochen.

Sie gehörten zu einer Gruppe, die sich selber die Skorpione nannten. Ein Video zeigt sie, wie sie sechs moslemische Gefangene abführen und später
erschießen. Auch für die serbischen Richter am Tribunal in Belgrad war das ein Kriegsverbrechen gegen Zivilisten.

Das Massaker im bosnischen Srebrenica spielte sich im Sommer 1995 ab. Serben töteten damals bis zu achttausend bosnisch-moslemische Jungen und Männer.

Einige Angehörige waren beim Prozess in Belgrad dabei: Sie sei mit dem Urteil nicht zufrieden und werde es auch nie sein, sagt eine Frau später vor dem Gerichtsgebäude. Kinder hätten sie umgebracht, und nun werde einer sogar freigesprochen. Das gebe es sonst nirgends, dass man jemanden töte und dafür nicht bestraft werde.
Ganz Serbien müsse sich schämen, sagt eine andere. Es seien ja nicht nur diese sechs Toten gewesen: Wo seien denn die Flugzeuge hergekommen, die Maschinengewehre?

Der General Ratko Mladic war damals der Armeechef
der bosnischen Serben, Radovan Karadzic ihr politischer Führer. Diese Hauptverantwortlichen sind allerdings schon lange untergetaucht und werden seit über zehn Jahren vergeblich gesucht. Auf sie wartet das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.