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Italienischer und afghanischer Staatschef geraten wegen Taliban-Geiselnahmen in Kritik

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Italienischer und afghanischer Staatschef geraten wegen Taliban-Geiselnahmen in Kritik

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Das italienische Fernsehen hat am Dienstag abend erstmals ein Video ausgestrahlt, das die Ermordung des afghanischen Fahrers des italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo zeigt. Sayed Agha war am 16. März von den radikal-islamischen Taliban geköpft worden.

Unmittelbar nach der Enthauptung seines Fahrers wandte sich Mastrogiacomo mit einem Hilferuf an die italienische Regierung. Seine Situation sei schwierig. Er sei physisch erschöpft und halte nicht mehr lange durch, erklärte der Journalist in der Videoaufzeichnung.

Mastrogiacomo wurde nach zwei Wochen Geiselhaft am 19. März freigelassen. Derweil ist die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi unter Druck geraten. Die Mitte-Rechts-Opposition beschuldigt das Kabinett, Mastrogiacomos Leben mit der Freilassung von fünf Taliban-Kämpfern erkauft zu haben.

Die Anordnung kam von Afghanistans Präsident Hamid Karsai angeordnet. Er war deshalb international in die Kritik geraten. Laut Karsai hat es sich um einen Einzelfall gehandelt, der sich nicht wiederholen werde. Der 23-jährige Übersetzer Mastrogiacomos war in den Händen der Taliban geblieben, die seinen Tod am vergangenen Sonntag bekannt gaben. Vor einer Woche haben die Taliban auch zwei französische Mitarbeiter einer Hilfsorganisation verschleppt. Ihr Schicksal ist noch ungewiss.