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Wer ist "Al Kaida des islamischen Maghreb"?

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Wer ist "Al Kaida des islamischen Maghreb"?

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Am 13. Februar erschütterten 7 gut koordinierte Anschläge mehrere Orte in der Kabylei. Die vor Polizeistationen und anderen öffentlichen Gebäuden gezündeten Bomben trugen den Tod zu den unbeteiligten Nachbarn. Die Kabylei war schon immer Algeriens Unruheregion. Dort leben die Berber, die eigentlichen Ureinwohner der nordafrikanischen Küstenregion, die sich stets von den Arabern unterdrückt fühlten. Deshalb sprechen die Behörden auch von “ lokal begrenztem Terrorismus”.

Das betroffene Gebiet liegt östlich der Hauptstadt Algier. Hier zwischen Bourmerdes, Tizi-Ouzou und Bejaia gab es seit Anfang 1992 eigentlich immer Untergrundgruppen. Jene, die sich selbst “Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf” nennt, wurde 1998 gegründet. Sie steht in der Traditions jener Terror-Gruppen, die 1992 den bewaffneten Kampf aufnahmen, als bei einem sich abzeichnenden Sieg der “Islamischen Heilsfront” die Parlamentswahlen in Algerien annuliert wurden.

Im Januuar 2007 hatten sich dann die Salafisten offiziell in “ Al Kaida des islamischen Maghreb” umbenannt. Als ihr aktueller Anführer gilt Abdelmalek Droukdal, der ganz im Stile von Al Kaida Videodrohungen gegen die USA und die algerische Regierung richtet.

In Algerien war er im März in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Der Machtwechsel an der Spitze der Salafisten geht auf das Jahr 2003 zurück. Droukdal übernahm die Führung der Gruppe von deren Gründer Hassan Hattab., der von den eigenen Leuten ermordet worden sein soll, weil er die Waffen niederlegen und in eine ziviles Leben zurückkehren wollte.
Hattab hatte seine Terroristen-Karriere bei der berüchtigten “GIA” begonnen, die in den 90er Jahren friedliche Dorfbewohner – aber auch Journalisten und Ausländer – abschlachtete.

Ungefähr 130 von Hattabs Männern nahmen 2003 das Amnestie-Angebot im Rahmen der “Versöhnungs-Politik” von Präsident Bouteflika an. Die anderen – offensichtlich die Mehrheit -folgten den noch radikaleren neuen Führern, die nunmehr den lokal begrenzten Konflikt zu einem Teil des globalen machen.