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Zahlreiche Festnahmen bei Großdemonstration in St. Petersburg

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Zahlreiche Festnahmen bei Großdemonstration in St. Petersburg

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Bei einer Protestkundgebung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg am Sonntag hat die Polizei nach eigenen Angaben rund 100 Menschen festgenommen. Oppositionsanhänger hätten die Beamten provoziert, so die offizielle Begründung. Augenzeugen berichteten jedoch nur, dass die Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken auf die Demonstranten eingeprügelt hätten. Rund 3000 Menschen nahmen an der Kundgebung teil

Unter den Festgenommenen befindet sich auch der umstrittene Schriftsteller und Anführer der Nationalbolschewiken, Eduard Limonow, der als Redner bei der Demonstration aufgetreten war. Er ist nicht der einzige Prominente, der festgenommen wurde: Bereist am Samstag hatte den ehemaligen Schachweltmeister und nunmehrigen Oppositionsführer Garri Kasparow dasselbe Schicksal ereilt – erst nach fünf Stunden kam Kasparow gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von umgerechnet 30 Euro wieder frei. “Das zeigt, dass Russland heute nicht einmal mehr Ähnlichkeit mit einer Demokratie hat”, so Kasparow. “Die Zustände sind eher vergleichbar mit jenen in Weißrussland oder Zimbawe.”

Wladimir Putin selbst gibt sich demonstrativ unbeeindruckt – und wie um dies zu unterstreichen, besuchte er am Samstag ein Kampfsport-Turnier in St. Petersburg mit dem bezeichnenden Titel: “Kampf ohne Regeln”. Begleitet wurde Putin vom ehemaligen italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi und dem belgischen Action-Darsteller Jean-Claude van Damme.