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Prozeß um Tod des Geheimdienstlers Calipari im Irak

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Prozeß um Tod des Geheimdienstlers Calipari im Irak

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Zwei Jahre nach dem Tod des italienischen Geheimdienstagenten Nicola Calipari im Irak
beginnt heute in Italien der Prozeß gegen den
möglicherweise verantwortlichen US-Soldaten. Er soll während der Befreiung der entführten Journalistin Giuliana Sgrena auf Calipari geschossen haben.

Der US-Marineinfanterist Mario Lozano werde wegen vorsätzlichen Totschlags angeklagt, kündigte der zuständige Untersuchungsrichter an.

Lozano wird verdächtigt, im März 2005 an einer Straßensperre in der Nähe des Flughafens Bagdad auf das Auto geschossen zu haben, in dem Calipari Sgrena zum Flughafen begleitete. Calipari starb an einem Kopfschuß.

“Ich sehe den Prozeß mit einer Mischung aus Pein und Hoffnung,.” sagt Giuliana Sgrena. “ Klar, ich wollte diesen Prozeß und bin jetzt sehr froh, daß er losgeht. Aber andererseits bedeutete das auch, sich zwei Jahre zurück in die Vergangenheit zu begeben, zurück zu all dem, was damals passiert ist.”

Der Angeklagte wird zum Prozeß nicht in Rom sein.

Die USA werden ihn nicht ausliefern – sie schließen ein Fehlverhalten der US-Militärs in diesem Fall aus.

Der Fall hatte zu Spannungen zwischen Italien und den USA geführt.

Eine US-italienische Untersuchungskommission konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Abschlußbericht einigen.