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Prozessauftakt gegen ehemaligen ruandischen Kommandeur Ntuyahaga in Brüssel

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Prozessauftakt gegen ehemaligen ruandischen Kommandeur Ntuyahaga in Brüssel

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In Brüssel hat der Prozess gegen den ehemaligen ruandischen Kommandeur Bernard Ntuyahaga begonnen. Dem 55-Jährigen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgworfen. Laut Anklage ließ Ntuyahaga am 7. April 1994 die ruandische Regierungschefin Agathe Uwilingiyimana ermorden und brachte danach zehn zu ihrem Schutz eingeteilte belgische UN-Blauhelmsoldaten ins Camp Kigali, wo auch sie getötet wurden. Außerdem wird Ntuyahaga Mord an fünf Nachbarn und einer nicht näher bezeichneten Anzahl weiterer Menschen aus Ruanda zur Last gelegt. Der Prozess soll acht Wochen dauern, rund 150 Zeugen sind geladen. Ntuyahaga droht lebenslange Haft. Er weist alle Vorwürfe zurück. Kurz vor der Ermordung der ruandischen Regierungschefin schossen Unbekannte das Flugzeug von Präsident Juvenal Habyarimana ab. Die Hintergründe des Todes des Präsidenten wurden nie aufgeklärt. Die Vorfälle in Kigali lösten den Völkermord in Ruanda aus. Innerhalb von gut 100 Tagen wurden 800.000 Menschen getötet, vornehmlich Angehörige der Tutsi-Minderheit.