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Nicolas Sarkozy

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Nicolas Sarkozy

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Hier begann die wichtigste Etappe seines Aufstiegs: Im November 2004 wurde Nicolas Sakorzy in einer Maserveranstaltung, die an amerikanische Wahlkampf-Shows erinnerte, zum Parteichef der französischen Konservativen gewählt. Ganz gegen alle Bräuche im Land machte er nie ein Hehl aus seinem Ehrgeiz, erster Mann im Staate werden zu wollen.

Sarkozy ist ein Politiker, der polarisiert, der Streit nicht fürchtet. Als im Herbst 2005 die Vorstädte brannten, nannte er die jugendlichen Randalierer “Gesindel”. Das brachte ihm den Hass der Leute dort – aber auch viel Zustimmung bei Bürgern, die sich lange schon so einen hart durchgreifenden Innenminister gewünscht hatten.

Geboren 1955 in Paris als Sohn eines vor den Kommunisten geflohenen ungarischen Adligen, brachte er es schon mit 28 Jahren zum Bürgermeister im Pariser Nobel-Vorort Neuilly. 1995 unterstützte Sarkozy den Präsidentschaftskandidaten Balladur – gegen seinen politischen Ziehvater Chirac. Balladur verlor und Sarkozys Karriere stagnierte eine Weile. 2002 durfte er sich dann wieder an der Seite von Chirac zeigen – nunmehr als Innenminister

Seither ist Nicolas Sarkozy ununterbrochen auf der politischen Bühne präsent. Hyperaktiv, immer in Bewegung. Außenpolitisch Atlantiker – höchst ungewöhnlich für einen Franzosen – dabei aber gegen den Irak-Krieg. In der Wirtschaft für Liberalisierung.

Und angesichts der französischen Ablehnung der EU-Verfassung als Pragmatiker für eine “Mini-version”, um eine EU-Krise zu vermeiden. Die Krise in seiner auf der großen Medienbühne geführte Ehe konnte er nicht vermeiden. Aber pünktlich zum Endspurt kam Gattin Cecilia zurück. Sie gilt auch als seine wichtigste Beraterin.

Wer ganz nach oben will, macht sich nicht nur Freunde. Die kühle Geste seines einstigen Förderers spricht Bände. Aber den von Chirac inzwischer lieber gesehenen Premier Villepin hat Sarkozy ebenso geschickt abgehängt wie Verteidigungsministerin Alliot-Marie. So geriet denn die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten der Regierungspartei eher zu einer Krönungsmesse.