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Russischer Ex-Präsident Jeltsin gestorben

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Russischer Ex-Präsident Jeltsin gestorben

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Der frühere russische Präsident Boris Jelzin ist tot. Jeltsin starb im Alter von 76 Jahren. Todesursache sei ein plötzlicher Herzstillstand gewesen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf behandelnde Ärzte. Jelzin, der als Parteimitglied in Swerdlowsk Karriere machte und bis ins ZK der KPdSU aufstieg, wurde 1991 zum russischen Präsidenten gewählt. Während des August-Putsches stellte er sich den Putschisten entgegen. Seine zweite Amtszeit war von schweren Krankheiten und politischer Instabilität gekennzeichnet.

Nach seinem zweiten Wahlsieg musste er sich in einer Moskauer Klinik einer mehrfachen Bypass-Operation am Herzen unterziehen. Seit 2001 kam Jelzin regelmäßig zu Nachunteruntersuchungen ins Berliner Herzzentrum, zuletzt im vergangenen Oktober.

Ende 1999 trat er nach mehreren Herzanfällen und hartnäckigen Gerüchten über eine Alkoholkrankheit sein Amt an seinen gewählten Nachfolger Wladimir Putin ab.

In den letzten Lebensjahren hielt sich Jelzin weitgehend aus der Politik heraus. Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow würdigte die Verdienste Jelzins gewürdigt. Er habe dem Land große Dienste geleistet, aber auch große Fehler gemacht, sagte Gorbatschow.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte ihn einen Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Merkel formulierte in einem Kondolenzschreiben, Jelzin sei eine große Persönlichkeit der russischen und internationalen Politik gewesen. “Sein Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen unserer beiden Staaten bleibt unvergessen”, so Merkel. Deutschland werde ihm ein ehrendes Andenken halten.

Der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erinnerte daran, dass Jelzin den schwierigen Weg Russlands in die Demokratie bewältigt habe und diese Demokratie auch gegen die Putschisten erfolgreich verteidigen konnte. “Boris Jelzin war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten und mit der für europäische Verhältnisse oft unverständlichen sprichwörtlichen russischen Seele”, sagte Schüssel.

Seit 2001 kam der ehemalige Präsident regelmäßig zu Nachunteruntersuchungen ins Berliner Herzzentrum, zuletzt im vergangenen Oktober.