Eilmeldung

Eilmeldung

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Sarkozy und Royal ringen um die Stimmen der politischen Mitte

Sie lesen gerade:

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Sarkozy und Royal ringen um die Stimmen der politischen Mitte

Schriftgrösse Aa Aa

In Frankreich ist vor der Stichwahl zum Präsidentenamt der Kampf um die Mitte voll entbrannt. Die Sozialistin Ségolène Royal rief bei einer Veranstaltung in Valence den Zentrumspolitiker Francois Bayrou zu einem “öffentlichen Dialog” über die Erneuerung des politischen Systems auf. Sie hoffe, dass Bayrou die ausgestreckte Hand akzeptieren werde, sagte sie im Anschluss an ihre Rede: “Es geht um einen Dialog über mein Wahlprogramm, über die Werte, die ich vertrete. All jene, die sich im Wahlkampf gegen die Vorhaben von Nicolas Sarkozy gestellt haben, sind bei diesem Dialog willkommen, unter der Voraussetzung, dass er öffentlich, transparent und für jedermann nachvollziehbar geführt werde.”

Auch der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy umschmeichelt die Mitte. Bei einer Veranstaltung in Dijon fanden sich einige Vertreter der Zentrumspartei UDF im Publikum. Dennoch betonte Sarkozy, er werde keine Allianzen gegen seine Überzeugungen bilden. Und er arbeitete mit bekannten Phrasen. “Ich frage mich”, sagte Sarkozy, “ob dieser Hass gegen mich daher kommt, dass ich ausspreche was viele Menschen nur denken.” Ähnliches hatte er schon einmal gesagt – nämlich im Jahr 1993, bei einer Fernsehdiskussion, an der Ségolène Royal ebenfalls teilgenommen hatte. Dies sei eine haßerfüllte Debatte, hatte Sarkozy bemängelt, die ihn wie auch die Zuseher beleidige. Royal ging nicht darauf ein; sie bezeichnete Sarkozys Vorwürfe als haltlos und ermüdend. Konsens ist aber ohnehin Sarkozys Sache nicht: Schließlich erklärte er bereits mehrmals, im Fall eines Wahlsiegs die Konsenspolitik der vergangenen Jahre beenden zu wollen.