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Mexiko-Stadt lockert Abtreibungsrecht

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Mexiko-Stadt lockert Abtreibungsrecht

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In Mexiko-Stadt ist eine Abtreibung in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft künftig straffrei. Das beschloss das Parlament der mexikanischen Hauptstadt mit einer deutlichen Mehrheit von 46 Stimmen zu 19. In Ausnahmefällen darf nach der neuen Regelung auch nach der zwölften Woche noch abgetrieben werden, wie nach einer Vergewaltigung, bei einer drohenden Missbildung des Kindes oder einer Gefahr für das Leben der Mutter.

Die Regelung gilt ausschließlich in der linksregierten Hauptstadt, nicht im Rest von Mexiko, dem zweitgrößten katholischen Land der Welt. Allerdings betrifft sie damit einen beträchtlichen Teil der Mexikaner: Im Großraum von Mexiko-Stadt lebt jeder sechste von ihnen.

Die Befürworter einer Abtreibung schätzen, dass es in ganz Mexiko bisher jedes Jahr zu zweihunderttausend illegalen Abtreibungen kommt; ein Prozent der Frauen sterbe an den Folgen – vor allem arme Frauen, die sich zum Beispiel keinen Eingriff in den USA leisten können.

Sogar der Papst hatte sich in den Streit eingemischt und sich gegen die neue Regelung gewandt. Hohe Kirchenvertreter drohen jetzt damit, die entsprechenden Abgeordneten auszuschließen. Die Abtreibungsgegner wollen den Streit vor das Oberste Gericht Mexikos bringen.