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Erneut Auseinandersetzungen in estnischer Hauptstadt Tallinn

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Erneut Auseinandersetzungen in estnischer Hauptstadt Tallinn

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In der estnischen Hauptstadt Tallinn ist es in der zweiten Nacht in Folge trotz erhöhter Polizeipräsenz wieder zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 300 Randalierer festgenommen und 23 Menschen verletzt, darunter zwei Polizisten. Es sei großer Schaden angerichtet worden. Der estnische Staatspräsident Toomas Hendrik-Ilves verurteilte die Ausschreitungen: Das seien Kriminelle gewesen. Sie hätten den Frieden der Toten missachtet und es versäumt, der Opfer des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Wegen der Entfernung eines umstrittenen russischen Kriegerdenkmals war es am Donnerstagabend in Tallinn zu schweren Krawallen gekommen, bei denen ein Jugendlicher getötet wurde. Das Kriegerdenkmal sorgt seit Monaten für Streit zwischen Tallinn und Moskau. Nach russischer Ansicht stand es für den Sieg über den Faschismus, für die Esten war es Symbol einer jahrzehntelangen Fremdherrschaft. Der Sprecher des russischen Oberhauses forderte, an Wladimir Putin zu appellieren. Der Präsident solle die diplomatischen Beziehungen zu Estland abbrechen. Es gehe zuweist, das Andenken an die Opfer des Weltkrieges zu entehren.

Es waren vor allem die in Tallinn lebenden Russen, die gegen die Umsetzung des Denkmals demonstrierten. Gut ein Viertel der Esten sind ethnische Russen. Die estnische Regierung rechnet mit weiteren Protesten.