Eilmeldung

Eilmeldung

UNO-Botschafter im Kosovo

Sie lesen gerade:

UNO-Botschafter im Kosovo

Schriftgrösse Aa Aa

Die Entscheidung im UNO-Sicherheitsrat über die Zukunft des Kosovo steht bevor: Vorher machen sich die Botschafter der Mitgliedsländer aber doch noch vor Ort ein Bild. Am letzten Tag ihrer Reise sind sie bei der serbischen Minderheit in Orahovac. Die Serben machen ihrem Unmut Luft: Im Ghetto sind wir hier, im Gefängnis, sagt eine Frau; wenn das Kosovo unabhängig wird, sind wir weg hier, eine andere.

Der Unmut nimmt noch zu: Die Botschafter verlassen den Ort daraufhin überstürzt. Aber genau darum geht es: Wird das Kosovo von Serbien unabhängig? Der Vorschlag der UNO lautet ja, wenn auch mit starken Rechten für die Minderheit. Zu neunzig Prozent leben hier aber Albaner, die mit Serbien nichts mehr zu tun haben wollen. Diese Kinder halten Bilder ihrer toten Väter: Hierher, nach Mala Krusa, kamen vor acht Jahren serbische Soldaten und ermordeten mehr als hundert Männer.

Insgesamt starben in dem Krieg wohl zehntausend Kosovo-Albaner. Aus Rache wurden später zweihunderttausend Serben vertrieben. Wir wollen sie nicht zurück, sagt eine der Frauen, seht doch, was sie uns angetan haben. Meinen Sohn haben sie getötet, 22 war er erst, aus dem Bett haben sie ihn gezerrt. Bei soviel Zorn auf beiden Seiten ist es unklar, wie die Zukunft des Kosovo aussehen kann. Auch im Sicherheitsrat sind die Meinungen geteilt. Trotzdem will und muss der Rat schon bald entscheiden.