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"Winograd-Kommission" wirft Olmert schwere Versäumnisse im Libanon-Krieg vor

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"Winograd-Kommission" wirft Olmert schwere Versäumnisse im Libanon-Krieg vor

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Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert will trotz des Berichts der so genannten “Winograd-Kommission” zum Libanon-Krieg sein Amt auch weiterhin ausüben. Das berichten israelische Medien. Die Kommission besteht aus Juristen, ehemaligen Generälen sowie einem politischen Analysten und wurde von der Regierung eingesetzt. Sie kommt zu dem Schluss, dass Olmert den Angriffsplänen des israelischen Generalstabs auf die Hisbllah-Miliz zu früh zugestimmt habe. Der 160 Seiten umfassende Bericht der Kommission wurde bislang noch nicht veröffentlicht. Den Angaben zufolge verurteilt er die Regierung nicht ausdrücklich, räumt aber schwerwiegende Fehler bei der Beurteilung der Lage ein.

Olmert steht bereits unter Druck, weil er in einen Korruptionsfall verwickelt sein soll. Der Bericht der Winograd-Kommission könnte nach Auffassung von Beobachtern nun sein politisches Ende bedeuten. Der Politikwissenschaftler Ayala Hasson sagt, es gehe in dem Bericht darum, herauszufinden, ob es sich seinerzeit um die Entscheidung für einen Krieg gehandelt habe. Zunächst sei es wohl um eine Reaktion gegangen, wenn auch eine sehr emotionale Reaktion. Die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz begannen im Juli vergangenen Jahres, nachdem diese zwei israelische Soldaten entführt hatte. Bei den Kämpfen wurden im Libanon 1200 Menschen getötet, 270 davon waren Hisbollah-Kämpfer, die übrigen Zivilisten. In Israel gab es 117 Todesopfer, davon waren 41 Soldaten.