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Staatskrise in der Türkei: Ausschreitungen bei Kundgebung zum 1. Mai befürchtet

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Staatskrise in der Türkei: Ausschreitungen bei Kundgebung zum 1. Mai befürchtet

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Der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, hat angesichts der Staatskrise um die Wahl des türkischen Präsidenten vor Ausschreitungen bei der Kundgebung zum 1. Mai gewarnt. In diesem Jahr werden besonders viele Teilnehmer erwartet – denn bei der Veranstaltung wird auch an den 1. Mai vor 30 Jahren erinnert, als 36 Menschen von Unbekannten erschossen wurden.

Das Verfassungsgericht entscheidet am Dienstag über einen Antrag der Opposition auf Suspendierung der Präsidentenwahl. Im ersten Wahlgang hatte Außenminister Gül die nötige Zweidrittelmehrheit knapp verfehlt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan rief die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zu Zusammenhalt und Solidarität auf. Zuvor hatte die Armee indirekt vor der Wahl Güls gewarnt, da sie die Trennung von Staat und Religion gefährdet sieht. Bereits am Sonntag hatten Hunderttausende Menschen in Istanbul gegen eine schleichende Islamisierung des Landes demonstriert. Die Staatskrise zeigt auch an der Istanbuler Börse bereits Auswirkungen: Am Montag kam es zu einem dramatischen Einbruch der Kurse.