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Weltklimarat: Zeit wird knapp


Redaktion Brüssel

Weltklimarat: Zeit wird knapp

Dimas drängt auf Verhandlungen über Kyoto-Nachfolge-Abkommen im Dezember

Die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre sind im Kampf gegen den Treibhauseffekt entscheidend. So das Ergebnis des Weltklimarats. Für den Klimaschutz will EU-Umweltkommissar Stavros Dimas auch China und die USA ins Boot holen. Es gebe keine Entschuldigung für weiteres Abwarten. Dimas appellierte erneut an alle Staaten, im Dezember in Bali Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen aufzunehmen – auch die USA:

“Es ist doch sehr eigenartig, dass die USA, die sich standhaft weigern, sich einem internationalen Abkommen anzuschließen, solange nicht auch die aufsteigenden Ländern daran teilhaben, es ablehnen, gegen Ende des Jahres Verhandlungen in Bali aufzunehmen. Wenn wir nicht zu verhandeln beginnen, wie können wir dann wissen, ob diese aufsteigenden Länder mitziehen oder nicht?”

Im Kampf gegen den Klimawandel müssen alle an einem Strang ziehen, darüber war man sich auch bei einem Umweltkolloquium in Brüssel klar. Das Kyotoprotokoll, das bis 2012 läuft, bindet weder die USA noch die Entwicklungsländer. Für das Nachfolgeabkommen wollen die Europäer alle miteinbeziehen. Die EU hat zugesagt, ihren Kohlendioxidausstoß bis 2020 um dreißig statt zwanzig Prozent zu senken, wenn die anderen Industrieländer sich anschließen, und hofft auf mehr Engagement von China.

Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Amartya Sen beschreibt jedoch weiter das Grundproblem: “Europa und die USA haben die Welt über einen langen Zeitraum hinweg verschmutzt, und plötzlich wollen sie die Spielregeln genau in dem Moment ändern, in dem die Entwicklung in China und Indien mit hohem Tempo vorankommt. Dieses Problem muss angegangen werden. Ich glaube, sie wollen eine Lösung, die ihnen gerecht erscheint. Die einzige Art, wie man damit umgehen kann, ist, Gespräche darüber aufzunehmen und zu entscheiden, was eine gerechte Lösung sein könnte.”

Die Zeit drängt: Der Weltklimarat stellt in seinem in Bangkok vorgelegten Bericht fest, dass der weltweite Treibhausgasausstoß, der immer noch steigt, spätestens in acht Jahren sinken muss, um die Erderwärmung auf einem Level von gut zwei Grad zu halten. Die Maßnahmen wie Energiesparen und Aufforsten würden nur einen Bruchteil des jährlichen Wachstums kosten.

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