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Frankreich: Nicolas Sarkozy gewinnt Präsidentschaftswahl - Bevölkerung ist gespalten

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Frankreich: Nicolas Sarkozy gewinnt Präsidentschaftswahl - Bevölkerung ist gespalten

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Frankreich bekommt einen neuen Präsidenten: Der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy setzte sich in der Stichwahl am Sonntag mit 53,06 Prozent gegenüber der sozialistischen Kandidatin Segolene Royal durch. Nun will sich Sarkozy in Klausur begeben, um seine Regierungsmannschaft aufzustellen, bevor er das Amt am 16. Mai offiziell von Jacques Chirac übernimmt.

Die Bevölkerung ist freilich gespalten – und die Reaktionen reichen von Begeisterung bis Entsetzen. “Ein gutes Ergebnis für Frankreich”, meint ein Passant in Paris. “Es wurde jener Kandidat gewählt, der den Wunsch der Franzosen nach einer besseren wirtschaftlichen Zukunft für das Land am besten repräsentiert.” Eine Frau spricht vom “Langersehnten Ergebnis”: ““Es war keine Überraschung, wenigstens nicht für uns.” Und ein junger Mann aus Sarkozys Wahlkampfteam ist einfach “glücklich”: “Wir haben monatelang gekämpft und ernten nun die Früchte.”

Aber viele haben auch Bedenken gegenüber dem künftigen Präsidenten. “Ich bin sehr enttäuscht”, sagt ein Passant. “Ich stamme aus Afrika und habe die französische Staatsbürgerschaft und ich habe immer links gewählt. Ich bin sehr enttäuscht, weil ich für Segolene gestimmt habe.” Und eine junge Frau reagiert beinahe hysterisch: “Alle werden auf der Straße leben müssen, es wird keine Wohnungen geben. Niemand kann mit so einem Präsidenten leben.”

Sarkozy selbst versuchte, die Ängste seiner Gegner zu zerstreuen. Er werde den Franzosen ihr Nationalbewusstsein zurückgeben, versprach er am Sonntag abend auf dem Pariser Place de la Concorde, auf dem sich rund 30.000 seiner Anhänger versammelt hatten, um den Sieg ihres Favoriten mit einem Volksfest zu feiern. “Ich werde jedem eine Chance geben”, versprach Sarkozy, “aber in der Republik, die ich vertrete, wird es keine Rechte ohne gleichzeitige Pflichten geben.”

Schon kurz nach seinem Amtsantritt plant Sarkozy seine ersten Auslandsreisen als Präsident, nach Brüssel und nach Berlin. Zunächst aber wurde gefeiert – natürlich zu den Klängen der französischen Nationalhymne, der Marsellaise.