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Frankreichs Sozialisten nach der Wahlniederlage

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Frankreichs Sozialisten nach der Wahlniederlage

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Paris , Rue de Solferino, Parteizentrale der “Sozialistischen Partei Frankreichs”. Unter Tränen hatten die Anhänger am Abend der Niederlage ihre Heldin trotzdem mit Dankesrufen empfangen. Gleicher Ort , am Morgen danach. Diesen Mann trifft die Niederlage gleich doppelt. Francais Hollande ist sowohl Parteichef der Sozialistischen Partei – als auch die Lebenspartner von Segolene Royal.

Er richtet den Blick nach vorn, spricht bereits von den Parlamentswahlen Mitte Juni. Dabei werde Segolene Royal sich am Wahlkampf beteiligen. Denn sie würde dem Volke Hoffnung geben. Dass sie nicht zur Präsidentin gewählt wurde, darüber sei er traurig, denn sie sei “ wirklich populär”. Nun müsse sie mit den anderen sozialistischen Parteiführern zusammen den Wahlkampf führen. Es gehe um das Land. Er wünsche, dass die Linke für das Land arbeite so gut sie könne und das heisse, mit möglichst viele Parlamentsabgeordneten.

Und noch einmal Bilder vom Vorabend: Mit “Merci” – und “Segolene” – Rufen war Segolene Royal nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses von 46,94 Prozent in der Parteizentrale begrüßt worden.

Dies waren ihre Worte: “Was wir gemeinsam begonnen haben, werden wir auch weiterverfolgen. Ihr könnt auf mich zählen beim Wiederaufbau der Linken und bei der Suche nach neuen Gemeinsamkeiten, wenn wir die jetzt aufgebrochenen Gräben hinter uns lassen. Das ist die Voraussetzung für unsere künftigen Siege. Auf mich könnt ihr bei dieser dringend notwendigen Arbeit zählen und ich werde künftig auch die mir zukommende Verantwortung übernehmen.”

Segolene Royal war als Einzelkämpferin gegen die mächtigen alten Herren ihrer Partei in den Wahlkampf gezogen. In letzter Minute hatte sie den einzigen in der Parteiführung klar sozialdemokratische Positionen vertretenden Politiker, den Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn, an ihre Seite geholt. Dessen Bilanz : Die Linke sei wieder so schwach , weil sie sich nie erneuert habe. Ob sie sich schnell erneuern kann, wird man am 10. und 17. Juni bei den Parlamentswahlen sehen

Auf der Straße vor der Parteizentrale flossen noch bis weit in die Nacht hinein bittere Tränen der Enttäuschung. Mit 46,94 Prozent war die Niederlage der linken Kandidatin noch deutlicher ausgefallen als von halbwegs realistischen Anhängern befürchtet.

Ihr könnt auf mich zählen beim Wiederaufbau der Linken und bei der Suche nach neuen Gemeinsamkeiten, wenn wir die jetzt aufgebrochenen Gräben hinter uns lassen.