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Nach Wahlsieg Sarkozys: Europa hofft auf Pariser Engagement im EU-Verfassungsprozess

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Nach Wahlsieg Sarkozys: Europa hofft auf Pariser Engagement im EU-Verfassungsprozess

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Der Wahlsieg von Nicolas Sarkozy hat in Europa gemischte Reaktionen ausgelöst. Die deutsche Bundeskanzlerin und derzeitige EU-Ratspräsidentin Angela Merkel gratulierte dem künftigen französischen Präsidenten telefonisch zu seinem Wahlsieg. “Wir haben darüber gesprochen, dass wir die deutsch-französische Zusammenarbeit weiterführen werden, intensivieren werden”, sagte sie, “und ich habe Nicolas Sarkozy alles Gute und viel Erfolg bei seiner Aufgabe gewünscht. Ich glaube, es wird eine sehr gute Zusammenarbeit mit ihm geben.” Berlin hofft auf neue Impulse vor allem für die EU-Verfassung – wie auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Dieser erwartet, dass Sarkozy in der EU eine wichtige Rolle übernehmen wird: “Ich habe volles Vertrauen in Nicolas Sarkozy. Wir alle wissen, wie wichtig es für ihn ist, eine entscheidende Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Frage einer neuen vertraglichen Grundlage für die EU zu lösen.”

Während in der EU Optimismus herrscht, zeigt sich Ankara skeptisch. Im Wahlkampf hatte Sarkozy erklärt, die Türkei gehöre nicht zu Europa, und sich gegen eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei ausgesprochen. Entsprechend zurückhaltend reagierte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan: “Hinsichtlich der Beitrittsverhandlungen als auch der Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei hoffe ich, dass die Aussagen, die Sarkozy im Wahlkampf getätigt hat, keinen Einfluss auf die bilateralen Beziehungen haben werden.” Befürchtet wird, dass sich das ohnehin kühle Verhältnis zwischen Paris und Ankara nun noch weiter verschlechtert.