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Historischer Schritt zum Frieden: Regierungsbildung in Nordirland

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Historischer Schritt zum Frieden: Regierungsbildung in Nordirland

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Im Parlamentsgebäude Stormont in der Nähe der nordirischen Hauptstadt Belfast wird im Beisein von Großbritanniens Premier Tony Blair und Irlands Ministerpräsident Bertie Ahern die neue gemeinsame Regionalregierung von Katholiken und Protestanten vereidigt. Darauf hatten sich der Vorsitzende der protestantisch-unionistischen Partei Nordirlands, Ian Paisley und sein einstiger Widersacher Martin McGuinnes von der nationalistischen Sinn Fein-Partei bei einem historischen Treffen am 26. März verständigt. Paisley wird Ministerpräsident, McGuiness sein Stellvertreter werden.

Damit enden fünf Jahre britische Zentralverwaltung – und, so die Hoffnung, fast 40 Jahre blutigen Konflikts. Seit 1969 hatte er 3500 Menschen das Leben gekostet. Nachem sich bereits im Juli 2005 die katholische Untergrundorganisation IRA vom bewaffneten Kampf losgesagt hatte, hat sich vor einer knappen Woche auch die letzte paramilitärische protestantische Gruppe zum Verzicht auf Gewalt bekannt.

In Nordirland geht es jetzt nicht nur um Frieden – sondern auch um Geld. Für die kommenden zehn Jahre hatte Großbritannien 75 Milliarden Euro, und EU-Kommissions-Präsident José Manuel Barroso eine weitere Milliarde Euro in Aussicht gestellt – für den Fall, dass Protestanten und Katholiken gemeinsam am Verblassen alter Feindbilder arbeiten.