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Ian Paisley

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Ian Paisley

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Die Stimmung ist aufgeheizt: Ian Paisley von der Demokratisch Unionistischen Partei und seine politischen Gegner stehen sich gegenüber. Das Karfreitagsabkommen von 1998 ist frisch unterschrieben. Kernstück ist eine gemeinsame Provinzregierung mit proportionaler Aufteilung der Ministerposten unter Protestanten und Katholiken.

Paisley war gegen das Abkommen – der Hardliner trug nicht umsonst jahrzehntelang den Spitznamen “Dr. No”. Der Nordirlandkonflikt ist eng mit ihm verbunden. Dieser eskaliert 1968 nach den Demonstrationen der Katholiken, die gleiche Rechte fordern.

Die Auseinandersetzungen werden zu Straßenschlachten, schließlich ruft der hilflose nordirische Premierminister die britische Armee zu Hilfe. Paisleys Botschaft lautete bereits damals: Nordirland gehört zu Großbritannien. Wenn die Regierung nicht regiere, müsse sie abtreten.

Anfang der 70er ein Hoffnungsschimmer: Der Sunningdale-Vertrag, eine Art Vorzeichen vom Karfreitagsabkommen. Der Vertrag sieht eine weitgehende Autonomie vor. Aber die katholisch-protestantischen Fronten sind zu verhärtet. Und Paisley, an der Spitze der radikalen Unionisten, heizt die Stimmung an.

12 Jahre später – ein erneutes Nein. Diesmal zu den Hillsborough-Verträgen, die ein Mitspracherecht Irlands bei nordirischen Belangen vorsehen. Für die radikalen Unionisten eine Kampfansage –

Allen voran Ian Paisley, der sagt: “Wir gehören zur großen britischen Familie und weder Dublin noch die IRA werden uns trennen.”

Nun wird sich herausstellen, ob sich die jahrzehntelangen Fronten in Nordirland dermaßen geglättet haben, dass die gemeinsame Regierung von Prostetanten und Katholiken hält. Es wird sich zeigen, ob der ehemalige “Dr. No” als kompromissbereiter Premierminister in die Geschichte eingeht.