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Wer ist Martin McGuinness?

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Wer ist Martin McGuinness?

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Die Welt kennt ihn vor allem als den zweiten Mann von Sinn Fein, den an der Seite von Gerry Adams. Anders als der hat sich John Martin McGuinness – so sein vollständiger Name – zu seiner früheren Mitgliedschaft in der IRA bekannt.

Im nord-irischen Londonderry wurde er die Nummer zwei der IRA nach dem berüchtigten “bloody sunday”. A jenem Tag, dem 30. Januar 1972, waren bei einer aus dem Ruder gelaufenen friedlichen Demonstration für Bürgerrechte 13 Menschen getötet worden. Ein Jahr später wurde McGuinness, in dessen Auto die Polizei Munition fand, zu sechs Monaten Haft verurteilt.

25 Jahre später – hier Bilder von der Gedenkveranstaltung in Londonderry – hatte McGuinness dem bewaffneten Kampf abgeschworen, er nannte den Weg der Gewalt “illusorisch”. Mehr noch – 1997 bezeichnete er “den Dialog als Schlüssel zum Fortschritt”, was alle begreifen müssten.

Er setzte sich ein für die – wie er es nannte “ zweite Auflösung der IRA”, der eine Auflösung der kampfverbände auf der anderen Seite bei den Protestanten folgen müsste. Außerdem müsste erreicht werden, dass die britische Regierung ihren Konflikt mit den katholischen Nationalisten beendet, der seit der Gründung dieses Nordstaates andauere.

Bei dieser Position war es keine Überraschung, Martin McGuinness 1998 als Verhandlungsführer der SinnFein-Partei wiederzusehen. Er hatte wesentlichen Anteil am Zustandekommen der Friedensvereinbarung, die nach dem Datum ihrer Unterzeichnung als “Karfreitags-Abkommen” in die Geschichte einging.

In der ersten Nordirland-Regierung sass er als Bildungsminister am Kabinettstisch. 2001 wurde er auch ins britische Unterhaus gewählt, weigerte sich aber wie alle SinnFein-Abgeordneten, diesen Sitz einzunehmen. Martin McGuinness hat einen langen Weg zurückgelegt vom Anführer des bewaffneten Kampfes bis zum politischen Führer, der ein friedliches Nordirland aufbauen will.