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Hafterleichterung für einen Srebrenica-Täter

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Hafterleichterung für einen Srebrenica-Täter

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Das UN-Kriegsverbrechertribunal hat den bosnischen Serben Vidoje Blagojevic in zweiter Instanz vom Vorwurf der Beihilfe zum Völkermord freigesprochen. Im Gefängniss bleibt Blagojevic aber dennoch: Wegen anderer Kriegsverbrechen verurteilte das Gericht in Den Haag ihn zu 15 Jahren Haft – 3 Jahre weniger als im ersten Prozess. Die Haftstrafe von neun Jahren gegen
den mitangeklagten Dragan Jokic wurde dagegen bestätigt.

Der damalige Oberst auch weiterhin für schuldig befunden, eine von ihm geführte Brigade für das Massaker in der bosnischen Stadt Srebrenica “zur Verfügung gestellt” zu haben. Die Serben hatten im Juli 1995 die UN-Schutzzone von Srebrenica erobert, die muslimischen Frauen und Kinder brutal vertrieben, und anschließend rund 8000 Jungen und Männer ermordet.

Nach internationaler Rechtsprechung wurde dieses Massaker als Völkermord gewertet. Die Revisionskammer des UN-Tribunals hielt es jedoch nicht für zweifelsfrei erwiesen, dass Blagojevic die Völkermordabsichten der politischen und militärischen Führung der bosnischen Serben gekannt habe. Er habe aber von den Vertreibungen und Morden gewusst und sei deshalb schuldig wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 2005 wurden Hunderte der Leichen aus den Massengräbern exhumiert und in einer feierlichen Zeremonie neu bestattet.