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Irak: Cheney-Besuch in Bagdad von neuerlichen Anschlägen überschattet

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Irak: Cheney-Besuch in Bagdad von neuerlichen Anschlägen überschattet

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US-Vizepräsident Dick Cheney ist am Mittwoch im Rahmen eines unangekündigten Besuchs in Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammengetroffen. Cheney sollte auf die irakische Regierung einwirken, auf die Sommerpause zu verzichten und stattdessen mehrere Gesetzesvorhaben zu verabschieden, etwa zur Wiedereingliederung zahlreicher Mitglieder der sunnitischen Baath-Partei. Zudem ging es um Fragen der Sicherheit. Im schiitisch dominierten Stadtteil Sadr City versammelten sich Hunderte Demonstranten zu einem Protestmarsch gegen Cheneys Besuch im Irak. Sie riefen Parolen wie “Besatzer, verschwindet” und schwenkten die irakische Flagge.

Unterdessen setzte sich die Gewalt im Land fort – sowohl in Kirkuk als auch in der Stadt Erbil, dem Sitz der autonomen Regierung des Kurdengebietes. Bislang galt gerade diese Region als verhältnismäßig sicher. Ein Selbstmordattentäter brachte einen Lastwagen vor dem kurdischen Innenministerium zur Explosion. Dabei starben 19 Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. In Kirkuk erschossen Extremisten vier irakische Journalisten, die im Auto unterwegs gewesen waren. Seit einigen Monaten wachsen die Spannungen zwischen Arabern, Kurden und Turkmenen in Kirkuk, da die Kurden ein Referendum über die Eingliederung der Stadt in das Kurdengebiet planen.