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Balkanstaaten richten regionalen Kooperationsrat ein - Serbien weiter schwieriger Partner für die EU

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Balkanstaaten richten regionalen Kooperationsrat ein - Serbien weiter schwieriger Partner für die EU

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Auch wenn immer noch ethnische Spannungen bestehen, rücken die Balkanstaaten sich näher: Acht Jahre nach dem Krieg läuteten die Staats- und Regierungschefs beim südosteuropäischen Gipfeltreffen in Zagreb eine neue Phase der Zusammenarbeit in der Region ein – und der Emanzipation von Hilfestellung aus dem Westen.

Elf Staaten, von Kroatien bis zur Türkei, gründeten bei dem Treffen den Rat für regionale Zusammenarbeit. Er geht aus dem 1999 unter Ägide der EU gegründeten Stabilitätspakt für Südosteuropa hervor, der die Grundlage für einen nachhaltigen Frieden auf dem Balkan schaffen sollte. Der Kooperationsrat soll vom kommenden Jahr an diese Rolle übernehmen, und ein eigenständiges, vornehmlich regionales Gremium sein, sich also von Brüssel freischwimmen.

Unabhängig davon bleibt den Staaten die Beitrittsperspektive. Wobei Serbien in der EU als kompliziertester Partner auf dem westlichen Balkan gilt. Das Land übernahm an diesem Freitag für sechs Monate den Vorsitz des Europarats in Straßburg, Europas Instanz zur Wahrung der Menschenrechte. Dass in der Heimat ein ultranationalistischer Europaskeptiker zum Chef des Parlaments gewählt wurde, ließ die Nachbarstaaten über einen Rückfall in alte Zeiten stöhnen, und sorgte auch in Brüssel für Argwohn. Die neue Regierung, die sich gerade bildet, wird nun zeigen müssen, wie weit sie ihr Land der EU annähern will.