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Schwere Gefechte im Gazastreifen - Palästinensischer Innenminister tritt zurück

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Schwere Gefechte im Gazastreifen - Palästinensischer Innenminister tritt zurück

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Nach Monaten der relativen Ruhe ist es im Gazastreifen zu neuerlichen Gewaltausbrüchen gekommen. Bei Gefechten zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas wurden insgesamt acht Menschen getötet. Es handelte sich um die blutigsten Zusammenstöße seit Bildung der Einheitsregierung aus Fatah und Hamas im März. Der unabhängige palästinensische Innenminister Hani al-Kawasmi reichte als Konsequenz seinen Rücktritt ein, den Ministerpräsident Ismail Haniyah akzeptierte. Als Begründung führte Kawasmi die schlechte Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden an. Er hatte bereits zuvor mehrmals mit Rücktritt gedroht. Der palästinensische Informationsminister Mustafa Barguti betonte, die Regierung sei entschlossen, den Konflikt in Gaza zu beenden. Es müsse klar sein, dass Fatah und Hamas nicht in der Regierung sein könnten, wenn sie einander gleichzeitig in den Straßen bekämpften.

In Israel kam die Regierung zu einer Krisensitzung zusammen. Außenministerin Zipi Livni forderte Vergeltungsschläge gegen Raketenbeschüsse aus dem Gazastreifen. Am Sonntag hatte das Sicherheitskabinett beschlossen, mit gezielten Tötungsschüssen gegen palästinensische Extremisten vorzugehen.

Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Fatah-Mitglieder beschuldigten die Hamas, ein Fatah-Büro in Gaza in Brand gesteckt zu haben. Wenn das Blutvergießen nicht bald aufhöre, hieß es, könnte die Einheitsregierung in wenigen Tagen stürzen.