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Sarkozy vor der Regierungsbildung

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Sarkozy vor der Regierungsbildung

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Um seine Partei muss sich Nicolas Sarkozy nun nicht mehr kümmern: Den Vorsitz der konservativen UMP hat er jetzt abgegeben, schließlich ist er ab morgen Präsident aller Franzosen. Der Abschied aus dem Parteiamt verläuft äußerst gefühlvoll: Von starken Banden der Freundschaft und der Zuneigung spricht Sarkozy vor seinen Parteifreunden. Deshalb mische sich die Trauer des Abschieds von ihnen mit der Freude, dass er zum Sieg der gemeinsamen Ideen beitragen konnte.

Aber es hilft alles nichts, es muss ja auch vorangehen: Auch wenn sie nur noch halb so groß sein soll, aber dennoch muss Sarkozy in den nächsten Tagen eine Regierung bilden, und allmählich dringen auch die ersten Namen durch. An der Spitze wird als Premierminister wohl Francois Fillon stehen, ein Berater und Vertrauter von Sarkozy, früher auch schon einmal Minister.

Für einen Paukenschlag könnte Sarkozy sorgen, wenn es ihm tatsächlich gelingt, Bernard Kouchner an Bord zu holen. Kouchner steht politisch eindeutig auf der anderen Seite, also links. International genießt er hohes Ansehen: Er ist Mitbegründer der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und setzt sich für Menschenrechte ein. Jetzt könnte er Außenminister werden; die Frage ist noch, ob Kouchner annimmt.

Fest steht zumindest, dass morgen Vormittag der alte Präsident Jacques Chirac sein Amt an Nicolas Sarkozy übergibt – der mit dem Einzug in den Élysée-Palast am Ziel langgehegter Träume ist.