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Desinteresse an algerischen Parlamentswahlen

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Desinteresse an algerischen Parlamentswahlen

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Am Vortag der dritten Parlamentswahlen in Algerien beunruhigt die voraussichtlich hohe Wahlenthaltung. Algerischen Zeitungen kommentierten, das Ergebnis sei von vorneherein klar, und bezweifelten, dass sich mehr als die Hälfte der 19 Millionen Wahlberechtigten an die Urne begeben werde.

Die nächste Regierung des nordafrikanischen Ölstaats wird vermutlich erneut aus dem derzeitigen Parteientrio bestehen, Verbündete von Präsident Abdelaziz Bouteflika. Die Algerier sins sich da sicher, so wie dieser Passant: Er wisse, dass das Ergebnis dasselbe sein werde, er habe die Nase voll von den Leuten, die nicht ans Volk dächten. Er werde nicht wählen, habe das erst ein Mal getan. Denn es kämen immer wieder dieselben Menschen an die Macht, die nur Versprechen machen würden. Das habe doch alles keinen Sinn, sagt er. Eine Frau bestätigt, als Kabilin kenne sie dieses Rezept auswendig. Man werde erniedrigt, und daran würde sich auch nichts ändern.

Als “Erfüllungskammer” für die politischen Wünsche des Präsidenten erscheint vielen ihr Parlament. Nach den Attentaten im April war befürchtet worden, dass Terroristen versuchen könnten, die Wahl zu torpedieren. Auch El-Kaida Maghreb hatte zum Boykott aufgerufen.