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Serbiens neue Regierung sucht Kriegsverbrecher

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Serbiens neue Regierung sucht Kriegsverbrecher

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Serbiens neue Führung sendet ein Symbol des guten Willens in Richtung EU und Den Haag. Parallel zur Regierungsbildung machten sich Sicherheitskräfte in Belgrad erneut auf die Suche nach Ratko Mladic, durchsuchten Armee-Einrichtungen und Hotels. Der ehemalige bosnisch-serbische Armeechef ist wegen Kriegsverbrechen angeklagt.

Erweiterungskommissar Olli Rehn will sich heute selbst davon überzeugen, dass Serbiens Absichten ernst sind. Gerade wegen der Weigerung Belgrads, die wegen Kriegsverbrechen angeklagten Serben an das Haager Tribunal auszuliefern, setzte die EU im Mai vergangenen Jahres die Verhandlungen über eine Assoziierung aus. Mladic – einer der Drahtzieher des Bosnienkriegs ist seit über einem Jahrzehnt untergetaucht. Möglicherweise in Serbien selbst.

Eine weiteres Problem der neuen Regierung ist die Zukunft der abtrünnigen Provinz Kosovo. Der UNO-Beauftragte Martti Ahtisaari will eine kontrollierte Unabhängigkeit. Für Serbien ist das Kosovo jedoch geschichtsträchtig. Sein Regierungschef Vojislav Kostunica verspricht, es werde immer ein Teil Serbiens bleiben. Vier Monate nach den Parlamentswahlen einigten sich die Parteien in der Nacht auf eine Koalitionsregierung unter seiner Führung.